Eine Texterin. Ein Fuchsbau. Und ein Terrier.

Eine Texterin. Ein Fuchsbau. Und ein Terrier.

AKTION „FUCHSBAU“ 2.0 – oder auch …. Der 10. März 2017. Tag X. Der Tag, als Ronja alle bisherigen Rekorde brach. Der Tag, von dem ich noch gar nicht vollständig berichtet hab.

Als Texterin könnte ich noch einige Überschriften für diesen Tag finden, aber ich belasse es dabei. Was ich hier eigentlich erzählen will, trug sich am 10. März 2017 zu. Zwar ist es schon eine Weile her, aber allen, die auf Instagram mitgefiebert haben, hatte ich diese Story längst versprochen. Und ein Glück wird es mit dem Texter-Terrier ja nie langweilig. Los geht’s also!

Es ist Freitag. Der Feierabend für Freiberufler wird vorverlegt und wir starten alle gegen vier Uhr nachmittags zusammen zur Hunderunde. Gut gelaunt, den ersten Frühlingswind in der Nase und zwei von uns mit der Nase am Boden. Frühlingsgerüche hat plötzlich auch Frau Parson in der Nase und stürmt los. Kein Mensch, nicht mal ein Terrier-Frauchen kann so fix reagieren. Die weiße Schwanzspitze verschwindet gerade noch im Erdreich, als ich eine Lichtung mit einem großen alten Baum erreiche. Nach jahrelanger Erfahrung mit diesem Hund bleibe ich zunächst gelassen – und dennoch: eine kleine böse Vorahnung beschleicht mich doch. Aber ich hatte ja keine Ahnung. Also gut. Wir gehen weiter – soll sie doch machen. Es folgt eine kurze Runde im Dreiergespann, dann ein halbe Stunde gemeinsam warten und was dann folgt, liest sich fix, aber es dauerte lange und sollte alle bisherigen Rekorde brechen. Und angesichts der Tatsache, dass Ronja nun bald schon 11 Jahre alt wird, fällt mir nur noch eines dazu ein: je oller desto doller!

Ich hatte ja keine Ahnung ….

Ich bleibe allein am Bau stehen und warte. Zwischendurch ernte ich merkwürdige Blicke – weil ich mit meinem auffälligen gelben Regenmantel mitten im Gestrüpp des Waldes auf einem Baumstamm sitze und das Erdloch anstarre, was sich vor mir auftut. Zwei Stunden später: Schichtwechsel, total unterzuckert verlange ich nach zwei Bouletten und einem Getränk. Wir essen unseren Imbiss am Baum. Wir warten weiter. Das heisere und dumpfe Bellen im Erdreich geht weiter. Idee 1: mit einem großen Stock an den Baum schlagen, um vielleicht den Fuchs und somit auch Ronja heraus zu treiben. Für vorbeilaufende Spaziergänger und Hundebesitzer mit durchaus gehorsameren Vierbeinern sieht es vermutlich nach einer Aggressionsbewältigungstherapie in der freien Natur aus. Mir egal. Ich habe diesen Hund seit über 10 Jahren – das ist noch gar nichts. Ich geh nach weiteren zwei Stunden nach Hause, um heiß zu duschen (immerhin ist es noch Anfang März und bei weitem nicht die Zeit, um sich bis Nachts die Füße in den Bauch zu stehen, weil der Terrier die Jagdsaison eröffnet hat). Mit heißem Tee geh ich noch mal in den Wald. Wir warten zusammen – mittlerweile ist es abends halb 11 und wir warten noch einen Moment. Idee 2: ausräuchern. Ja genau! Ronja – ihres Zeichens bekannt als panische Feuer-, Silvester- und Gewitter-Verabscheuerin – muss doch damit zu locken sein. Ein Stock wird angezündet und qualmend in den Bau gehalten. Wedeln. Pusten. Nichts passiert. Nun gut, ich geh mit dem zweiten Hund (weit weniger freiheitsliebend und ein Glück zu ängstlich zum Jagen) nach Hause. Knapp eine Stunde später kommt auch mein Freund nach – ohne schwarz-weiße Begleitung. Wir versuchen einzuschlafen.

Es ist spät, als meine Muse den Heimweg antritt.

Ich falle in einen kurzen Schlaf und spüre dann (Hunde-Mami-Instinkt eben), dass es nun soweit ist – sie kommt zurück! 0:50 in der Nacht: unser zweiter Hund bellt und weiß Bescheid, eine Nachbarin klingelt, die Kleine ist zurück – schwarz, mit Dreckklumpen übersät, zerzaust, total erschöpft, ein wenig beschämt und fast froh darüber, mich zu sehen, setzt sie sich mir zu Füßen. Ich hab den Ärger wie immer nach diesen Aktionen längst vergessen und bin nur noch froh, dass sie zurück ist. So sitzen wir zwei einen Moment auf der Treppe im Hausflur. Ich bin mir in diesem Moment sicher, das ist der frechste Hund der Welt und ich werde nie wieder einen solchen Terrier kennenlernen. Es ist eben DER EINE HUND. Ihr versteht? Ich bin glücklich.

Bis zu diesem Tage waren drei Stunden, das Längste, was Madame Parson unter Tage verbracht hatte. Im Nachhinein – geradezu lächerlich. Beachtliche 9 ½ Stunden lautet nun unser Rekord. Es bleibt also spannend.

 

Kolumne #ronjagoesanywhere

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