Eine Texterin blickt zurück …

Eine Texterin blickt zurück …

Drei Monate nichts tun. Das war für mich letztes Jahr noch eine verlockende Vorstellung. Bei all den Höhen und Tiefen, den Erkenntnissen und Erfahrungen, die ich in dem dritten Jahr meiner Selbstständigkeit machen musste und durfte, war mir so manchen Moment schon danach, einfach mal wieder zu sagen: So – nun mach ich mal los und….

.. reise noch einmal nach Irland …

.. schnappe mir Ronja und setz mich nach Hiddensee ab …schließlich saßen dort schon immer die Kreativen und Schreiberlinge ….

. richte einfach drei ganze Monate komplett die neue Wohnung ein – so ganz in Ruhe, mit allem drum und dran – jeden Tag dekorieren, basteln und bei Pinterest und Instagram rumstöbern ….

Ach mir fallen viele Dinge ein, die ich einfach mal so ganz ohne Texten anstellen könnte. Aber was heißt ohne Texte. Ich könnte mir auch gut vorstellen, drei Monate einfach das aufzuschreiben, was mir so einfällt, davon was auf meinen Blog zu stellen oder auch nicht. Oder ich könnte viel Zeit damit zubringen, endlich meine Webseite neu zu gestalten. Die Ideen und Vorstellungen sind da und auch schon teilweise zu Papier gebracht, aber mal so ganz komplett nur das als Projekt zu haben … mhmmm.

Ich meine, ich liebe meine Arbeit und freue mich auf die meisten meiner Projekte – und allein die Tatsache, dass ich mir meine Zeit meist frei einteilen kann, ist schon absolut viel wert. Aber auch wir Freiberufler haben Fristen und ToDos, die nicht immer das Sahnehäubchen sind. Aber nun gut.

Jedenfalls hat mich das Universum erhört. Ich hatte meine drei Monate. Anders als geplant – Danke noch mal dafür! 😉 Aber es war eine Zeit, die mir letztendlich viel gebracht hat. Auch wenn ich das in dieser Zeit nicht immer so sehen konnte.

Ich habe losgelassen. Ich habe erkannt, dass alles auch irgendwie ohne mein Zutun weiter geht. Ich meine, ich mische schon gern mit und wer mich kennt weiß, dass ich schlecht den Dingen seinen Lauf lassen kann, wenn ich irgendwie die Möglichkeit habe, da „zack-zack“ nach Karo-Manier mal eben was zu stemmen. Aber gerade diese – wohl schwerste Lektion – habe ich gelernt. Ich bin nach dieser langen Zeit tatsächlich entschleunigter wieder aufgetaucht. Dankbar, dass ich endlich wieder mitmachen kann, hab ich mich zunächst an den kleinen alltäglichen Dingen gefreut und dann nach und nach auch immer mehr auf meine Arbeit. Nun sitze ich wieder an meinem Schreibtisch vorm Fenster und denke manchmal, dass diese Zeit doch wirklich wirklich etwas Gutes hatte. Ja. Wirklich.

Und ich meine, wer drei Monate einfach im Bett liegen bleiben und nichts tun kann, ohne dass er alles mit dem Hintern einreißt, der kann auch locker mal drei Monate reisen, drei Monate dekorieren oder drei Monate an den eigenen Projekten tüfteln. Wer sagt denn, dass man dafür keine Zeit hat? Wir selber sagen uns das immer wieder – viel zu oft. Aber mal ehrlich. Das ist doch Quatsch. Die Texterin in mir ist jedenfalls zurück – und es bleibt spannend 🙂 Denn ich hatte viiiiiel Zeit, mir über alles Gedanken zu machen.

 

P.S. Danke ans Universum für drei Monate liegen, nachdenken, planen, schlafen, mit den Hunden kuscheln, grübeln, loslassen, lernen und manchmal sogar auch genießen.

Kolumne

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