Vom Blindtext,der mehr wollte.

Vom Blindtext,der mehr wollte.

Es ist doch wirklich immer die gleiche alte Leier. Das Konzept ist umgesetzt, das Layout steht und was lässt wieder auf sich warten – der Text natürlich.Und damit das Layout mit seinen Kästchen, Formen, Abständen und Platzhaltern nun nicht nackt im Raume steht und sich klein und unbedeutend vorkommt, gibt es mich – den Blindtext.

Ich habe viele Schwestern und Brüder, doch immer im Schatten des Ältesten »Lorem Ipsum«, werden wir anderen und kleineren kaum wahrgenommen. Doch da ihr hier schon am Lesen seid und mich nun schon ein paar Zeilen begleitet, freue ich mich um so mehr. Und ihr müsst wissen, ich bin gar nicht so unbedeutend, denn wer sich von euch schon einmal an eine Konzeption herangewagt oder gar eine Webseite erdacht oder erstellt hat, der weiß: irgendwas muss man ja erst einmal reinschreiben. Auf keinen Fall nimmt man halbfertige Texte, um diese „nur erst mal so“ einzufügen. Warum nicht? Vertraut mir, der Kunde versteht es nicht. Wirklich nicht. Nicht, weil er es nicht will – Nein – weil er es gar nicht kann. Stellt euch vor, ihr gebt etwas in Auftrag und könnt kaum erwarten, es zu sehen. Dann seht ihr es und das Auge fängt automatisch an, die Zeilen zu lesen (das ist ein Automatismus, den wir, sobald wir lesen gelernt haben, nicht mehr abschalten können). Die Enttäuschung ist da. Und die Enttäuschung darüber, dass etwas, was da ist, nicht richtig ist, ist immer größer, als die Enttäuschung über noch ein bisschen mehr Wartezeit. Und dann kommen sie – die Fragen: Wieso steht das dort so? – Ist das schon der fertige Text? – Das soll so bleiben? – Da fehlen aber noch Informationen.

Um euch die endlosen Erklärungen zu sparen, gibt es mich und meine Geschwister. Wir sind da recht geduldig. Wir stehen da, warten, und warten – und warten, bis dann endlich der richtige Text daher kommt, abklatscht und es sich gemütlich macht. Doch das kann ein wenig dauern, immerhin ist ein gut geschriebener und geistreicher Text nicht einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt. Noch nicht mal ein Blindtext. Ich meine, noch lest ihr mit, aber auch nur, weil es mal nicht der lateinische Schmus (nichts für ungut – großer Bruder) ist, sondern ein Text, in welchem ihr erfahrt, wie ich vom Blindtext, zum Webseitentext, Blogartikel, SEO-Text und Werbetext herangewachsen bin. Ja, genauso ist es. In einem guten Text steckt immer eine kleine Geschichte. In einem guten Werbetext steht nicht plakativ geschrieben, was am Wesentlichen so wunderbar ist. In einem SEO-Text stehen die suchmaschinenoptimierten Satzbausteine nicht alle in einer Zeile – und ein guter Blogartikel wird einfach gelesen. So – ich danke euch dafür, dass ihr mich auf meinem Weg begleitet habt. Sagt meinem großen Bruder, er soll ruhig weiter der Blindtext unter den Blindtexten sein, ich habe Größeres vor. Denn „esse est percipi“ – Sein ist wahrgenommen werden!

Auf bald – euer ehemaliger Blindtext und nun Webseitentext – Blogartikel – SEO-Text & Werbetext

Exkurs

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