Tage wie dieser oder ein Terrier auf Abwegen …

Tage wie dieser oder ein Terrier auf Abwegen …

Man weiß es ja – oder man sollte es wissen, wenn man sich einen Terrier als Weggefährten aussucht, dass es so manchen Tag anstrengend werden könnte. Sie haben ihren eigenen Kopf. Sie jagen und schnüffeln mehr als andere Hunde und wenn man sie zur Ordnung ruft, dann kann man das gut und gerne auch vier bis fünf mal tun. Heute ist Samstag, die Texterin hat also auch ein wenig Wochenende und startet zusammen mit Ronja Räubertochter in den Park.

Die Sonne scheint und alles ist gut – doch schon gleich zu Beginn der Runde wird klar, heute ist einer dieser Tage. Von Gehorsam keine Spur, aber was soll man sich aufregen, es ist schließlich Wochenende. Im Park angekommen, wird die Hundewiese links liegen gelassen und schnurgerade werden sämtliche verlassene Grillplätze angepeilt. Yippiii – alte Mülltüten, halbvolle Pappteller und Plastikbesteck mit Soßenresten dran – den Terrier freut’s. Die Texterin weniger. Zunächst noch ambitioniert, den Hund zu mahnen, zu rufen und von dem ungesunden Zeug wegzulocken, wird auch das bald zur nervlichen Zereißprobe. Also eben nicht. Ohren hat der Hund heute offenbar eh keine. Passanten und Fahrradfahrer kommen vorbei, lachen mir mitleidig oder gar verständnislos zu und ergötzen sich an dem kleinen weißen Straßenhund, der wie der Boss einer Hundegang über der Mültüte trohnt und die Reste herauskramt. “Was soll ich denn machen? Wieso gucken die so?” Ist doch nicht mein Hund. Die Texterin läuft weiter. Und irgendwann folgt auch die Muse (heute mal eine ungezogene und wirklich uninspirierende Muse) hinterher. Und auch wenn sie nun vom Müllberg abgelassen hat, hat es nicht den Anschein, als würden wir zusammen gehören. Meterweit und total unabhängig frönt Ronja ihrem Terrier-Dasein und läuft so weit abseits, dass absolut niemand auf die Idee kommen könnte, dass die schlendernde Texterin und das weiße Bündel zusammengehören könnten. Was soll’s. Das kann einem ja manchmal auch nur recht sein. Wir gehen Heim – ich habe wieder einiges zu tippen.

Kolumne #ronjagoesanywhere