Zu Hause ist es doch am schönsten.

Zu Hause ist es doch am schönsten.

Manchmal ist es einfach zu viel. Manchmal sind wir einfach zu viel.

Dezent übernächtigt werde ich mit dem Kleinen und der Terrierdame abgeholt. Ein paar Tage bei der eigenen Mama ausspannen. So war der Plan, aber mit Kindern hat man ja bekanntlich keine Pläne sondern Phasen. Und so freute ich mich irgendwie auf mein eigenes Bett, wenngleich ich auch in diesem möglicherweise kaum ein Auge zu tun würde. Das Abholkommitee besteht an diesem Tag aus meinem Freund und unserer zweiten Hundedame. An sich eine schöne Sache. Man könnte so was denken, wie „endlich wieder alle zusammen“. Aber man kann auch etwas anderes denken. Und das tat ich.

Und mir sei verziehen, aber manchmal sind wir alle einfach zu viel. Meine Laune ist binnen Sekunden auf dem Tiefpunkt. Ich meine, ich bin ja schon meist mächtig stolz auf uns, wie wir alle zusammen unseren Alltag bestreiten. Aber alle zusammen in ein zu kleines Auto zu pressen, muss einen nicht stolz machen. Nein. Mich machte es wütend. Und alle(s) zusammen soll in diesem Fall heißen: ein MaxiCosi, eine große Tasche, eine mittelgroße Tasche, ein Paket Windeln, eine kleine Stofftasche mit einem Kuscheltier obenauf, ein Rucksack, ein Kinderwagen, eine müde, gereizte Mama, ein Baby, mein Freund, ein kleiner Hund, ein mittelgroßer Hund, etwas angestaute Wut und die große und unumstößliche Tatsache, dass das alles ganz schön eng werden könnte. Zu viel des Guten. Aber wer nicht wagt, der nicht zu Hause ankommt – oder so.

Nun denn. Wir verstauen alles. Was hier eher meint, verteilen, quetschen, schieben, drücken. Wir starten. Ich sitze hinten. Schmollend. Kochend vor Wut. Neben mir der Kleine. Schlafend. Ein Glück. Vorne fährt mein Freund. Und für ein paar Minuten sitzt die Terrierdame im Fußraum und die große Braune auf dem Beifahrersitz. Doch das bleibt nicht lange so. Schwups. Schon sitzt Ronja mit oben. In diesem Moment hat sich vermutlich auch Abby kurz gewünscht, dass sie besser zu Hause geblieben wäre. Es wird sortiert. Labradorpfote auf Terrierpfote. Terrier versucht sich hinzulegen. Labradorpfote auf Terrierohr. Wieder hoch. Terrierkopf drückt gegen Labradorbrust. Terrierkopf legt sich wieder auf den Sitz. Nun ist das Gewicht der zwei Hunde auch beim Sitzsensor angekommen und der beginnt lautstark zu piepen, denn das Gespann auf dem Beifahrersitz ist natürlich nicht angeschnallt. Der Kleine schläft ein Glück weiter. Diese Situation ist zu komisch. Und zum laut loslachen. Eigentlich. Aber nein – ich lache nicht. Ich schmolle. Beides kann ich nämlich nicht. Und ich sehe noch nicht ein, warum ich jetzt schon mein wunderbar wütendes Gesicht ablegen soll. Ich finde, es macht sich gut – im Rückspiegel betrachtet. Soll er es nur sehen. Ja. So. Basta! Die beiden Damen haben sich auf dem Sitz mittlerweile geeinigt. Es piept nicht mehr. Die Terrierdame liegt zusammengerollt auf der einen Hälfte des Sitzes und die Labradordame liegt danebengequetscht. Den Kopf legt sie auf dem Steuerknüppel ab. Merkt zwar bald, dass das anstrengend ist. Aber gut. Zwanzig Minuten später sind wir zu Hause. Na besser ist das.

Kolumne

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