Das Auge liest mit.

Das Auge liest mit.

Nicht nur das Layout muss passen – auch auf das Text-Design sollte man ein Auge werfen.
Für gute Lesbarkeit und ein ansprechendes Text-Design gilt es Einiges zu beachten. Hier kommen 9 Regeln, bei denen der Text im Mittelpunkt steht.

1) Nicht eintönig werden. Um einen Text optisch zu gliedern und somit besser lesbar zu machen, bieten sich verschiedene Schriften an. Sowohl im Web, als auch bei Printprodukten kann man bis zu drei Schriften verwenden – diese sollten natürlich miteinander harmonieren.

2) Mut zum Unterschied. Wenn mann sich für unterschiedliche Schriften entscheidet, dann am besten gleich aus unterschiedlichen Schriftfamilien. Serifenlose können sehr gut mit Serifenschriften harmonieren. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Unterschied zwischen den Schriften erkennbar ist und dass sie zueinander passen.

3) Es muss nicht immer groß sein. Großbuchstaben eignen sich nicht unbedingt, um etwas hervorzuheben. Ist alles groß geschrieben, stört das erheblich den Lesefluss, denn unser Gehirn erkennt die Wörter auch an ihrer Form – UND OHNE EINEN GRÖßENUNTERSCHIED WIRD ES SEHR SCHWER, DIE EINZELNEN WÖRTER ZU ERKENNEN.

4) Schwarz auf Weiß. Es muss nicht immer der schwarze Text auf weißem Hintergrund sein. Natürlich kann man auch mit Vorder- und Hintergrund seinen Text designen. Doch Achtung: nicht nur der Farbkontrast spielt eine Rolle – die Farbkombination sollte so gewählt sein, dass sie für das Auge nicht zu anstrengend zu lesen ist – es muss zudem ein Helligkeitskontrast bestehen, damit der Text gut lesbar bleibt.

5) Medial statt versal. Für längere Fließtexte nutzt man für die Darstellung von Zahlen besser Medialziffern. Mit Über- und Unterlängen gliedern sie sich besser in den Text ein und der Text lässt sich wesentlich besser lesen. Geht es beispielsweise in einer Tabelle nur um die Übersichtlichkeit, dann können gern auch Versalziffern zum Einsatz kommen.

6) Ein kleiner Fliegenschiss. Alleinstehende Zeilen sollten vermieden werden. Beim Anblick des Textes ist es weniger schön, wenn einem nur einzelne Zeilen oder gar nur einzelne Buchstaben ins Auge springen. Diese Phänomene heißen „Hurenkind“, „Schusterjunge“ und „Fliegenschiss“. Zur Erklärung: ein „Hurenkind“ ist eine alleinstehende Zeile oberhalb eines neu beginnenden Textabsatzes, die beispielsweise in einem Pressetext noch mit in die nächste Spalte gerutscht ist. Ein „Schusterjunge“ meint das gleiche, nur unterhalb eines Textabsatzes – quasi der erste Satz des nächsten Absatzes, der es nicht mehr mit in die nächste Spalte geschafft hat. Und ein Fliegenschiss ist der der winzig kleine Teil eines Wortes, der durch einen Bindestrich vom Rest getrennt wurde und nun einsam und allein in der nächsten Zeile steht.

7) Im Mittelpunkt stehen. Möchte man im Text etwas hervorheben, dann entscheidet man sich besser für eine Variante und behält diese durchgängig bei. Und egal ob kursiv, fett oder unterstrichen – es sollten nie mehr als 10 % des Textes hervorgehoben werden. Wenn alles im Mittelpunkt steht, verliert dieses Stilmittel seine Wirkung.

8) Punkten, aber richtig. Interpunktionen in einem Satz sind wichtig, aber nur wenn sie auch richtig sind. Alle Satzzeichen haben ihre eigene Funktion und setzt man sie richtig ein, strukturieren sie den Inhalt sinnvoll und unterstützen den Lesefluss. Für die Optik eines Textes sind sie wesentlich. Bei Werbetexten kann man es auch mal nicht so genau nehmen und ein Satzzeichen als Stilmittel bewusst falsch verwenden – aber der Text sollte gut lesbar bleiben.

9) Über kurz oder lang. Zu lange Zeilen behindern den Lesefluss und machen es dem Auge schwer, alles zu erfassen. Als guter Richtwert gilt bei einspaltigen Texten mit einer Schriftgröße von 8-11 daher eine Zeilenlänge von 50 bis 70 Zeichen pro Zeile. Und noch ein Hinweis für bessere Lesbarkeit: der Zeilenabstand sollte immer ein bisschen größer sein als die Schrift selbst.

Text & Design

Kommentar

  1. Sylvia schreibt:

    Schöner Beitrag! Und es ist sicher selten, dass sich Texter auch um das Aussehen ihres Textes Gedanken machen. Denn leider ist es in der Praxis nicht immer der Fall, dass der Texter Einblick in das Layout bekommt. Und dann liegt es in der Hand eines geübten Typografen oder Setzers, einen guten Text auch gekonnt in Szene zu setzen…

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